Was ist XHTML?

XHTML enthält begrenzte Anzahl von Befehlen, um Web-Seiten zu erstellen

XHTML = 'Programmiersprache' im ASCII-Format, enthält Befehle, um Elemente (z.B. Text) zu formatieren bzw. auszurichten, z.B.:

  • Hervorhebungen, Textabsätzen, Listen
  • Tabellen
  • Medienimporte (z.B. Grafiken)
     
 

 
Geschichte

Nach der Entwicklung der HypertextMarkupLanguage (HTML) 1994 wurde rasch klar, dass – aufgrund des immensen Erfolges von HTML, d.h. des WWW – HTML für zukünftige Entwicklungen zu unflexibel angelegt wurde. Daher sollte eine Metasprache geschaffen werden, mit der es relativ einfach wäre, neue Auszeichnungssprachen zu entwickeln. Bislang stand hierfür seit 1986 SGML (Standard Generalized Markup Language = standardisierte verallgemeinerte Auszeichnungssprache) zur Verfügung – aus dem auch HTML heraus definiert wurde.

Da SGML in der Anwendung jedoch sehr komplex ist entschied man sich zur Entwicklung einer Metasprache auf der Basis von SGML, quasi eine stark vereinfachte Version: XML (eXtensible Markup Language) wurde 1998 erstmals vom W3C offiziell empfohlen. Mit XML können neue Sprachen geschaffen werden, d.h. ein neu angelegtes XML-Dokument mit bislang neuen Befehlsketten wird durch das Anlegen einer DTD (DocumentTypeDefinition) erst gültig (keine "Phantasiesprache"). In der DTD wird festgelegt, welche Komponenten (vereinfacht: Befehle) eine Sprache haben darf und welche Eigenschaften sie besitzt (Syntax). Durch ein zusätzliches XSL-Dokument (eXtensible Style Language) kann die Darstellung der einzelnen Befehle definiert werden (XSL ist das Äquivalent zu CSS bei {X}HTML). Mit XML ist beispielsweise möglich, einen mit einer XML-Sprache angelegten Datensatz (z.B. aus einer Datenbank) "auf Knopfdruck" für vollkommen unterschiedliche Ausgabemedien zu exportieren, z.B. Web, Print, Mobile oder Weitergabe an andere XML-konforme Subsysteme (das ging zwar mit SGML bisher auch, war aber wesentlich komplexer).

Durch die rasche Annahme von XML als Standard entwickelte sich der Wunsch, das (inzwischen stark verwässerte) HTML XML-konform zu machen, um von der modularen Erweiterbarkeit zu profitieren und einen neuen, "sauberen" Standard zu entwickeln, der sich einfach mit anderen XML-konformen Auszeichnungssprachen austauschen kann. Somit wurde HTML, das aus SGML heraus entwickelt wurde, mit XML "nachgebaut": XHTML 1.0 wurde im Januar 2000 vom W3C als Empfehlung vorgelegt und hat nun (mindestens) den gleichen Stellenwert wie HTML 4.01. Es folgt XHTML 1.1, das allerdings zu streng ist, um z.Z. angewendet zu werden (wird auch nur bedingt unterstützt), Version 2.0 ist in Vorbereitung.

XHTML ist somit XML-konformes HTML. Es enthält die gleichen Befehle, Attribute und Verschachtlungsregeln wie HTML, jedoch wurden einige Syntaxregeln geändert.

Gemäß der Sprachregeln von XML wird nun darauf hin gearbeitet, die Daten (Inhalte) in einem XHTML-Dokument nur zu strukturieren, also ihre Bedeutung anzugeben (Überschrift, Absatz, hervorgehoben etc.), die Darstellung der Inhalte aber aus dem Dokument weitest möglich heraus zunehmen und in eine externe Datei auszulagern (mittels CSS - Cascading Style Sheets).
 

 
Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Einfacher Texteditor genügt (für Computer-Plattformen verfügbar)
    Wichtig: darf keine 'unsichtbaren' Formatierungsanweisungen in den Text einfügen
    Mac: SimpleText, Taco
    Windows: Notepad, Phase V
  • XHTML = einfache 'Programmiersprache'
  • Sichtbarer Quellcode (mit Webbrowser über Menüpunkt ANSICHT >Quelle - oder Quelltext - anzeigen)
  • Hyperlinks
  • Plattformunabhängig
  • XML-konform

Nachteile

  • Darstellung der Web-Seite variiert je nach Browser
  • Quelltext läßt sich nicht schützen
  • Aufwendige Layouts erzwingen komplexe, verschachtelte Quelltextstrukturen bei Tabellenlayout (wird inzwischen durch den Einsatz von CSS umgangen)
  • XHTML wird nach wie vor weiterentwickelt. Aktuell erlaubte Befehle werden in kommenden XHTML-Versionen verworfen.